Der Leonhardsweg zu Tamsweg

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Start Die Leonhardkirche bei Tamsweg
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Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg
 

Es begab sich im Jahr 1421

als vom Altar auf der Empore der Pfarrkirche von Tamsweg über Nacht eine Statue des Heiligen Leonhard verschwand. Es war kein großartiges Kunstwerk, das da plötzlich nicht mehr vorhanden war, eher handelte es sich um eine unscheinbare bäuerliche Schnitzerei. Gott sei Dank fand man die kleine Holzskulptur in dem Baum auf dem Bühel wieder; die Sage berichtet, es sei ein Kranawittbaum gewesen. Als sich nach acht Tagen derselbe Vorgang wiederholte, brachte Schulmeister Leonhard Feuerbeck die Figur zum Mesner, der sie in der Sakristei versperrte. Mittlerweile erregten die wundersamen Ereignisse in Tamsweg allgemeine Aufmerksamkeit, denn man musste den heiligen Leonhard auch noch ein drittes Mal vom Berg holen. Nun regte der Erzpriester von St. Michael an, Pfarrvikar Konrad Garr möge in Begleitung der Bürger von Tamsweg das Bild „des heiligen Herrn sand Lienharden“ nochmals herabtragen und es in eine Truhe einsperren. Mit den Worten "Ich leg dich in die Truchen in dem Namen des Vaters und des Suns und des Hl. Geists" verwahrte er schließlich die Statue in jenem Holzschrank, der heute noch, eingebaut im Gnadenaltar, zu sehen ist.

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Drei Priester legten je ein Schloss an und verwahrten die Schlüssel getrennt bei sich. Als Zeugen waren drei Laien anwesend: Mert Strasser aus St. Michael, der Schulmeister von Tamsweg Leonhardus Feuerbeck und Christan Schmid, der das Bild in der „Truchn verschmidt" hat. Von Montag bis Donnerstag (Pfinztag) geschah nichts, doch als man am folgenden Morgen wiederum Nachschau hielt, war die Truhe trotz unversehrter Schlösser leer. Das Bildnis aber befand sich zur Verwunderung aller auf dem nämlichen Baumstamm am Berg. Wunderbare Ereignisse, die sodann auf dem Bühel geschahen, führten zu einer Wallfahrtsbewegung und mehrten die Begeisterung des Volkes zum Bau der Wallfahrtskirche.
                
                                                                                                                                                                   
Peter Harperger - Ein Salzburger Baumeister der Spätgotik
          
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Majestätisch erhebt sich südwestlich des Marktes Tamsweg am Nordhang des Schwarzenberges die Wallfahrtskirche St. Leonhard. Aus Angst vor den beginnenden Türkeneinfällen hat man sie um 1478 mit einer starken Mauer umgeben. Somit ist sie die einzige Wehrkirche im Land Salzburg. Wann man mit dem Bau des Gotteshauses begonnen hat, ist ungewiss. Jedenfalls konnte am 20. September 1433 der Bischof von Chiemsee und Salzburger Weihbischof Johannes Ebser die Konsekration vornehmen. Der Bischof ist zusammen mit dem Baumeister Peter Harperger in einem Fresko an der nördlichen Chorwand der Kirche verewigt. Ein Unikum für eine gotische Landkirche! Trotz vielfacher Bemühungen ist über das Leben Peter Harpergers kaum etwas bekannt. Mit St. Leonhard bei Tamsweg schuf er jedoch unter dem Einfluss des in Salzburg tätigen Hans von Burghausen eine Variante einer Wandpfeilerkirche, deren Erfindung und Ausführung so hervorragend und richtungweisend sind, dass die künstlerische Herkunft des Salzburger Meisters aus einer der führenden Bauhütten Europas angenommen werden kann. Der 55m hohe, schön proportionierte Turm, das 23m lange vierjochige Kirchenschiff mit dem zweijochigen 3/8-Chor sowie das auf vorgelagerten Diensten ruhende Netzrippengewölbe aus heimischem Tuffstein, warm und honigfarben, machen den Bau zu einem Meisterwerk abendländischer Kultur.
        
Fenster erzählen Geschichten
 
Während der Zeit des Mittelalters waren nur wenige Menschen schriftkundig und des Lesens mächtig. Wie sollte man ihnen
den Inhalt der Heilige Schrift näher bringen? Die mächtigen Mauern romanischer Kirchen und Münster boten sich zur Freskierung förmlich an; auf ihnen konnte die gläubige Bevölkerung wie in einem Bilderbuch lesen und so die Glaubensinhalte aufnehmen.
In der Epoche der Gotik (12./13. Jh. - 16. Jh.) waren durch die Entlastung der Mauern große Fensterflächen vorhanden, die
nun diese Funktion übernehmen mussten. Bei den großartigen Kathedralen Frankreichs und Deutschlands kann ein ikonographisches Gesamtkonzept festgestellt werden.
In St. Leonhard bei Tamsweg, als Beispiel der Spätgotik, fehlt zwar dieses übergeordnete Programm, doch spiegelt sich hier
die neue Marienfrömmigkeit des 15. Jahrhunderts wider.
Bei fünf Fenstern steht die Gottesmutter dominierend im
Zentrum, in vier weiteren sind Szenen aus dem Marienleben wesentliche Bestandteile der Komposition.
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Veränderungen im Barock:
 
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Der spätmittelalterliche Bau besaß sieben Altäre. Im Chor standen der Hochaltar (der Mutter Gottes geweiht) und der Leonhardsaltar, in den nördlichen Seitenkapellen fanden sich der Kreuzaltar (Bruderschaftsaltar) und der Altar der Auffindung des heiligen Kreuzes, in den südlichen Kapellen ein Marien- und ein Heiliggeistaltar, und schließlich erhob sich auf der Emporenbrüstung ein weiterer Marienaltar. Um 1660 begann man mit der Barockisierung  des Kirchenraumes, die sich in mehreren Wellen bis 1740 hin erstreckte, wobei sich die bodenständigen Tischlerfamilien der Seitlinger und Pirkner, aber auch Gregor Sapser, sowie die Malerdynastie der Lederwasch künstlerisch besonders einbrachten.

Letztere versah ab 1665 (Gregor I.) auch den Mesnerdienst in der Wallfahrtskirche, bis sie 1897 im Mannesstamm ausstarb. Nach dem Tod von Heliodor Theobaldus Lederwasch übernahm dessen Tochter Kreszentia die Mesnerei. Sie ehelichte Johann Resch aus St. Michael, dessen Nachfolger nach wie vor ihren Sitz am Leonhardsberg haben. Seit der Zeit des Barock vermitteln breitausladende Altäre mit weinlaubbesetzten Säulen den Eindruck von sinnesfreudiger Frömmigkeit. Einzelne Teile der ehemals gotischen Einrichtung hat man aber in der Kirche sekundär untergebracht. Aus ihnen lassen sich zwei Flügelaltäre rekonstruieren, wobei vier große Tafeln als Spätwerk des Meisters von St. Leonhard gelten. Dieser unbekannte Maler ist neben Konrad Laib der bedeutendste Künstler um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Salzburg.
         
St. Leonhard - ein Heiliger, der befreit
  
06_kirche Was wir vom heiligen Leonhard wissen, beruht auf mündlichen Überlieferungen und wurde erst 1030 schriftlich festgehalten. Er dürfte im 5./6. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Frankreich gelebt haben. Als Kind einer vornehmen Familie im Umkreis des Merowingerkönigs Chlodwig (482-511n.Chr.) und als Schüler des heiligen Remigius, Bischof von Reims (+533n.Chr.), schien ihm eine großartige Karriere bei Hofe sicher zu sein. Leonhard zog es jedoch vor, sein Leben Gott zu widmen, zunächst als Mönch (Abtei Micy bei Orleans), dann aber als Einsiedler (Noblac bei Limoges). Eines Tages befand sich Theuderich I. (511-533n.Chr.), der Sohn Chlodwigs, in Begleitung seiner schwangeren Frau auf Jagd in der Gegend der Eremitage Leonhards, als die noble Frau von heftigen Geburtswehen heimgesucht wurde. Dank der Hilfe des Heiligen gebar die Königin einen gesunden Jungen. Als Lohn erbat sich Leonhard soviel Wald um seine Zelle, wie er in einer Nacht mit seinem Esel umreiten könne. Inmitten des Grundstückes errichtete er eine Kapelle, und es bildete sich alsbald eine Mönchsgemeinschaft. Aufgrund der königlichen Schenkung erhielt das Landgebiet den Namen "Nobiliacum" und war mit besonderen Rechtsprivilegien ausgestattet (u.a. Asylrecht). Zahlreiche Verfolgte, Gefangene und Haftentlassene wandten sich daher an den heiligen Leonhard, der sich um sie bemühte und ihnen eine geordnete Rückkehr ins Alltagsleben ermöglichte.

Nach seinem Tod (559 n.Chr.?) wurde durch ein Schneewunder der Ort angegeben, an dem Leonhard begraben werden sollte. Man errichtete darüber eine Kirche (S. Leonard de Noblat), und im 11. Jahrhundert wurden seine Gebeine in einem Altar beigesetzt. Die Verehrung breitete sich von Frankreich auf große Gebiete Europas aus, besonders auf Bayern und das heutige Österreich. Patron der Bauern, Stallknechte, Ställe; des Viehs und der Pferde; für alle Bauernanliegen; der Schlosser, Schmiede, Fuhrleute, Lastenträger, Böttcher, Obsthändler und Bergleute; der Wöchnerinnen und für eine gute Geburt; der Gefangenen; gegen Kopfschmerzen und Geisteskrankheiten.

Anton Heitzmann

             
 

Pilgerwanderungen 2012

Pilgerwanderung 2012 - Salzburg-Tamsweg
Beginn: 24.06.2012, 10:00
Ende: 29.06.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 25.05.2012, 14:00
Freie Plätze: 14

Pilgerwanderung 2012 - Salzburg-Tamsweg
Beginn: 07.07.2012, 10:00
Ende: 13.07.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 25.05.2012, 14:00
Freie Plätze: 0

Pilgerwanderung 2012 - Salzburg-Tamsweg
Beginn: 08.07.2012, 10:00
Ende: 13.07.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 25.05.2012, 14:00
Freie Plätze: 15

Pilgerwanderung 2012 - Gurk-Tamsweg
Beginn: 10.08.2012, 10:00
Ende: 12.08.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 16.07.2012, 14:00
Freie Plätze: 15

Pilgerwanderung 2012 - Salzburg-Tamsweg
Beginn: 19.08.2012, 10:00
Ende: 24.08.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 03.07.2012, 14:00
Freie Plätze: 15

Pilgerwanderung 2012 - Salzburg-Tamsweg für Rot-Kreuz-Mitarbeiter
Beginn: 26.08.2012, 10:00
Ende: 31.08.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 17.07.2012, 14:00
Freie Plätze: 14

Pilgerwanderung 2012 - Salzburg-Tamsweg
Beginn: 09.09.2012, 10:00
Ende: 14.09.2012, 10:30
Anmeldeschluss: 13.08.2012, 14:00
Freie Plätze: 15


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